14.10.2010 Alternativer Dies Universitatis um 15:30

Stände von studentischen Gruppen, Veranstaltungen zur Kritik an studentischen Verbindungen, ein Liveprogramm des Freien Radios Wüste Welle und ein Auftritt des Ernst-Bloch-Chors erwarten Euch…

…am Donnerstag Nachmittag ab 15:30 im Clubhaus in der Wilhelmstraße 30.

Wenn Ihr Euch im Vorhinein schon ein wenig Kritik an studentischen Verbindungen aneignen wollt, sei Euch der Reader des AK Clubhausia empfohlen, der sich mit ebenjenem Thema auseinandersetzt.

Hier das Programm:

15:30 Eröffnung der Infostände

16:00 – 18:00 Die Wüste Welle sendet live aus dem “Kaminzimmer” vor dem AStA.

16:00 – 18:00 Einführung in die Verbindungskritik
In Tübingen sind die Villen der Studentenverbindungen im Stadtbild auffällig vertreten und ihre Partys gern besucht. Verbindungen werden aber häufig wegen ihrer Rechtslastigkeit kritisiert. Zu Recht? Und wie sieht es mit weiteren Kritikpunkten aus? Eine Einführung in die Kritik ALLER Studentenverbindungen bzw. des Prinzips Studentenverbindung. Dabei wird zwischen den Arten der Studentenverbindungen differenziert, ebenso aber auch auf fehlende Abgrenzungen hingewiesen.
Ein Vortrag des Tübinger Verbindungskritikers Lucius Teidelbaum im großen Saal mit anschließender Diskussion.

16:00 – 19:15 AlDi-Filmlounge im Musikzimmer
u.a. mit Filmen von der Mayday-Parade und dem Bündnis gegen Abschiebehaft

ca. 18:00 Auftritt des Ernst-Bloch-Chors im großen Saal

19:30 Abbau der Infostände

20:00 erstes Clubhausfest im Semester (vom Brecht-Bau-Plenum)

2 Kommentare zu „14.10.2010 Alternativer Dies Universitatis um 15:30“

  1. tehe sagt:

    Habt ihr euch eigentlich schon mal richtig über Studentenverbindungen informiert, oder plappert ihr nur den Unsinn über Rechtslastigkeit nach? Ich habe noch keinen Rechtsaußen in einer Verbindung getroffen. Mag vielleicht der eine oder andere sich als wertkonservativ bezeichnen, so gibt es doch auch viele, die sich zur SPD oder den Grünen bekennen. Wenn ihr aber glaubt, dass alle außer den linken Spinnern verdächtig sind, dann bleibt halt in dem Glauben. Ihr rettet die Welt dadurch nicht.

    Susanne

  2. Trevor sagt:

    Hallo Susanne,

    offenbar warst Du nicht auf dem Vortrag und hast auch die Ankündigung dazu nicht richtig gelesen, sonst hättest Du bemerkt, dass der Kritikpunkt der Rechtslastigkeit als Frage formuliert war und der Referent keineswegs alle Verbindungsstudenten als ‘Rechtsaußen’ qualifizierte. Wohl aber wieß er darauf hin, dass wenn auch nicht alle einzelnen Verbindungen rechts sind, sie doch in verschiedenen Dach- und Metadachverbänden mit den zahlreich existierenden rechten Verbindungen kooperieren und man eine Tendenz zum deutsch-Nationalen und zum Nationalchauvinsimus bei vielen Verbindungen feststellen kann. Du führst Deine private Erfahrung als Begründung dafür an, dass Rechtslastigkeit auf Verbindungen bezogen generell ‘Unsinn’ sei. Abgesehen davon, dass eine Parteinahme für die SPD (oder sonst eine Partei) nicht davor feit reaktionärem Gedankengut anzuhängen (was man zum Beispiel überdeutlich durch Sarrazin vorgeführt bekommt), kann Deine Aussage auch nur als Vorurteil gewertet werden, in sofern sie nämlich systematischen Analysen von Verbindungen entgegensteht, die sich institutionellen Vertstrickungen, Organisationsformen und Ideologie der Verbindungen widmen und zu dem Ergebnis kommen, dass sehr wohl viele Verbindungen rechtslastig sind.
    Neben dem Kritikpunkt der Offenheit ins rechte Spektrum reicht die Kritik am Verbindungswesen aber noch viel weiter: Zum Beispiel Sexismus: Du als Frau dürftest bei keiner Verbindung (die nicht explizit für Frauen ist) mitmachen. Des Weiteren sind die allermeisten Verbindungen autoritär strukturiert: Die jungen Männer, die neu in die Verbindungen kommen, müssen sich den Älteren unterwerfen -: nicht weil sie rational mit den Inhalten der Älteren übereinstimmen, sondern bloß weil diese in der Hierarchie höher stehen: Zum Teil müssen sie den Älteren sogar ihren Dreck wegputzen oder auf ihr Geheiß hin Bier trinken, so lange diese es verlangen (was bis zum Erbrechen gehen kann).
    Weitere Kritikpunkte sind zum Beispiel Klüngelei, Chauvinismus, Homophobie und regressive Geschlechtervorstellungen.

    Wenn Du Dich tatsächlich dafür interessierst, weshalb Verbindungen kritisiert werden müssen, empfehle ich Dir den Reader des AK Clubhausia (http://clubhausia.fsrvv.de/clubhausia_reader.pdf) und die folgende Seite vom Bildungsmagazin auf der noch eine Menge weiterführender Links und ein Podcast zu einer Radiosendung zu dem Thema zu finden sind: http://radio.ernst-bloch-uni.de/2010/10/sendung-vom-11-10-2010-kritik-an-studentischen-verbindungen/

    Trevor

    PS:
    Dieses Jahr im Oktober gibt es wahrscheinlich wieder einen Alternativen Dies zu dem du auch kommen und Dich informieren kannst, wenn Du willst.